BARF Deinen Hund – Die Profi Anleitung in 9 Schritten

Falls Du mehr über das Barfen wissen möchtest – wie es funktioniert, welche Kosten auf Dich zukommen und welche zusätzlichen Mittel Du am besten dafür brauchst. Dann bleib dran und erfahre hier alles in unserem ausführlichen Guide.

Übersicht

  1. Was ist Barfen überhaupt?
  2. Vor- und Nachteile vom BARFen
  3. Die Grundausrüstung
  4. Was genau muss Du denn eigentlich kaufen?
  5. Welche Zutaten darf ich nicht benutzen bzw. sind sogar gefährlich?
  6. Aufbewahrung der BARF Bestandteile
  7. Ist BARFen wirklich so teuer?
  8. Mein Hund soll seine Ernährung umstellen – wie funktioniert das?
  9. Portionierung und Grundbedarf


Was ist BARFen überhaupt?

Ausgeschrieben bedeutet das Wort BARF – „Born Again Raw Feeders“ oder wie es in das deutsche übernommen wurde – Biologisch, artgerechtes, rohes Futter.

Dieses „Beutetierprinzip“ ist die artgerechteste Form seinen Hund zu ernähren, da es in seiner ursprünglichen Natur genauso verankert ist. Natürlich ist es heut zu Tage nicht mehr umsetzbar seinem Hund ganze Tiere jagen und fressen zu lassen. Deshalb wird im modernen Barf Prozess eine Komposition aus natürlichen Zutaten wie Innereien, Knochen oder Muskelfleisch kreiert.

Es ist nicht nur natürlich und praktikabel sondern liefert Deinem Tier auch noch viele wichtige Nährstoffe die teilweise durch den gezielten Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln oder Gemüse bereichert werden.

Vorteile vom BARFen

  • Durch die Zufuhr allerhand wichtiger Nährstoffe kann sich die Muskulatur Deines Hundes sehr gut entwickeln
  • Erfahrungsgemäß bekommen Hunde nach einer gewissen Zeit Zahnstein oder andere Zahnprobleme durch das regulär industriell hergestellte Futter. Beim Barfen hat man diese Probleme nicht bzw. sehr selten. Zusätzlich unterstützt das kauen auf Knochen den Abbau von Zahnstein.
  • Eine gesunde und bessere Verwertung der aufgenommenen Nahrung und somit auch eine natürliche Verdauung.
  • Oft haben Hunde angeborene oder angelebte Allergien oder Unverträglichkeiten. Dadurch das man im BARF Prozess alle Zutaten selbst auswählt und zusammenstellt, kann man die Ernährung exakt an die natürlichen Bedürfnisse anpassen. Pferdefleisch ist bspw. allergenfreies Fleisch und deshalb ideal für Allergiker.

Nachteile vom BARFen

  • Viele Hundebesitzer neigen dazu Ihren Hund sehr einseitig zu BARFen und vergessen wichtige Nährstoffe zu ergänzen bzw. einige Nährstoffe im großen Maße zu überdosieren. Das kann zu ernsthaften Schäden führen – vor allem im jungen Alter.

Die Grundausrüstung

Das warscheinlich wichtigste zu Beginn:

Man sollte sich die Ausrüstung besorgen, welche dringend notwendig ist um die Zutaten ordentlich zu lagern und zuzubereiten.

  • Du solltest Dich vorher darum kümmern, dass Du genug Platz in deinem Gefrierschrank hast um deine Zutaten auf Vorrat lagern zu können
  • Dein Hund braucht einen großen Napf in den mehr passt als eine Dose Nassfutter
  • Scharfe Messer mit denen Du im Zweifel auch Knochen zerteilen kannst
  • Eine Waage zum portionieren des Fleisches bzw. der Ergänzungsmittel

Was genau muss Du denn eigentlich kaufen?

Die Faustregel besagt das ca. 70% der Gesamternährung aus tierischen Erzeugnissen besteht.

  • Muskelfleisch                     – 50% (Rindfleisch, Geflügel (erwachsene Hunde), Kaninchen, Pferd (Allergiker))
  • Innereien                            – 20% (Rinderleber, Rinderblut, Rinderniere, Rindereuter) (Vitamin A, Eisen, Fett und Calcium)
  • Pansen, Blättermagen     – 15% (verdauungsfördernd)
  • Knochen, Knorpel             – 15% (Zahnpflege)

Die restlichen 30% sollten pflanzliche Erzeugnisse sein.

  • Gemüse                               – 50%
  • Getreide                              – 35% (Reis, Hirse, Amaranth, Haferflocken)
  • Obst                                     – 15% (immer pürieren und 1 Teelöffel Öl beigeben – bessere Aufnahme)

Diese grundsätzlichen Komponenten werden teilweise im Nachgang mit Fetten, Ölen und Mineralien unterstützt und beigemischt. Wichtig dabei ist das immer darauf geachtet wird das der Fettgehalt ausgewogen ist. Diesen Gehalt kannst du online ganz einfach selbst ausrechnen und das empfehlen wir Dir auch.

  • Öle                                        – (Lachsöl, Hanföl, Kürbiskernöl – immer kaltgepresst)

Welche Zutaten darf ich nicht benutzen bzw. sind sogar gefährlich?

Wir raten davon ab rohes Schweinefleisch zu verwenden, da bestimmte Viren enthalten sind die gefährlich werden könnten. Zusätzlich ist Fleisch aus bestimmten Körperbereichen nicht zu empfehlen. Kehlkopffleisch und Schilddrüsengewebe können Hormone enthalten die bestimmte Organfunktionen Deines Hundes stören können.

Es ist besonders darauf zu achten das keine giftigen Obst- und Gemüsesorten verfüttert werden.

Dazu gehören:

  • Zwiebeln
  • Hülsenfrüchte wie Soja oder Erbsen
  • Rosinen
  • Knoblauch
  • Avocado
  • Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln oder Paprika
  • Quitten
  • Trauben

Insbesondere sollten zuckerhaltige Lebensmittel und vor allem Schokolade vermieden werden. Ebenso solltest du von Gewürzen jeder Art absehen.

Aufbewahrung der BARF Bestandteile

Wir raten Dir die Zutaten zu portionieren und am besten in Vakuumbeuteln oder Gefrierbeuteln im Gefrierschrank zu lagern. Portionen die am selben Tag noch zubereitet werden, sollte man im Kühlschrank aufbewahren und kurz vor der Verarbeitung rausnehmen. Bitte beachte hierbei unbedingt die vorgegebenen Temperaturregeln und sei penibel in Hygienefragen.

Ist BARFen wirklich so teuer?

BARFen scheint auf den ersten Blick kostspielig zu sein, jedoch stimmt das nur teilweise. Genau wie bei anderen Futtermethoden gibt es viele verschiedene Anbieter und somit auch qualitative und preisliche Unterscheide. So oder so ist es sicher nicht teurer als ein hochwertiges „Bio Hundefutter“.

Mein Hund soll seine Ernährung umstellen – wie funktioniert das?

Im Normalfall sollte die Umstellung kein Problem darstellen. Dein Hund wird es Dir im Nachgang immer danken. Es könnten direkt nach der Ernährungsveränderung einige „Beschwerden“ wie: Durchfall., Erbrechen, übler Geruch, oder Hautprobleme auftreten. Das liegt daran das der Hund sich in einer Art „Detox“ Phase befindet. Üblicherweise sollten diese Symptome nach 3-5 Tagen abklingen. Falls Dein Hund zuvor mit Trockenfutter gefüttert wurde, kann der Prozess etwas länger dauern und die Beschwerden können etwas intensiver auftreten.

Zu Beginn solltest Du Deinen Hund einen Tag fasten lassen und darauf verzichten ihm Futter zu geben. In den nächsten zwei Anschlusstagen fängst Du langsam an kleine Portionen helleres Fleisch (Pute, Huhn etc.) zu verfüttern und das ganze mit Gemüse zu ergänzen. (am besten gedünstet)

Das wichtigste dabei ist das Du Deinen Hund dabei im Auge behältst um bestimmte Reaktionen analysieren zu können. Falls keinerlei Auffälligkeiten mehr zu sehen sind, kannst du langsam zum Rindfleisch und Pansen übergehen.

Zum Schluss kannst du die rohen Knochen beigeben (achte darauf am Anfang weichere Knochen zu nehmen) und das Ganze mit wichtigen Ölen und Vitaminen versehen.

Nun sollte sich Dein Liebling an die Umstellung gewöhnt haben und wird in Zukunft nicht nur gesünder und glücklicher sein, sondern auch aufmerksamer, stärker und lebensfroher als jemals zuvor.

Portionierung und Grundbedarf

Der Bedarf an Gesamtfutter ist leicht anhand des Körpergewichtes zu ermessen.

Erwachsene, große Hunde benötigen etwa 3% ihres Körpergewichtes als Futtermenge.

Kleine erwachsene Hunde dagegen etwa 4%, also etwas mehr.

Am besten ist, wenn Du Deinen Hund am Morgen oder Vormittag das erste mal fütterst und dann erst wieder am Abend. Nach dem Essen wartest Du besser 30-60min mit dem Gassi gehen, das er vernünftig verdauen kann und Du eine Magendrehung ausschließen kannst.

Bevor Du eine Umstellung der Ernährung angehst, solltest Du Dich trotzdem bei einem Profi informieren ob Dein Tier und sein gesundheitlicher Zustand dafür geeignet sind.

Im Tierkrankenversicherungstarif von Fellsicherung.de sind wichtige Vorsorgebausteine enthalten. Unter anderem jährliche Zusatzleistungen wie eine Ernährungsberatung bei einem Vollprofi.