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Illegaler Welpenhandel

Hundewelpen sind soooo niedlich – alle! Das sehen wir auch so!

Wenn du dich mit dem Gedanken trägst, dir einen Hund anzuschaffen, bist du sicher erst mal online unterwegs und guckst dich um. Dagegen ist wirklich nichts zu sagen. Auf fast allen Städte-Portalen, E-Bay oder anderen Kleinanzeigen-Portalen findest du schnell Treffer für deine Suchanfrage. Oh, und dann die Fotos der kleinen Fellnasen. Wer kann da widerstehen; und dann sind die Welpen auch noch besonders günstig abzugeben. Spätestens JETZT – ACHTUNG!!!

Leider verbergen sich hinter den süßen Fellnasen oft extrem traurige Hunde-Schicksale und ein wirklich dreckiges Geschäft!

Lies bitte aufmerksam unsere Recherchen zu diesem Thema. Damit ersparst du dir sehr wahrscheinlich eine große Enttäuschung und am Ende leider auch sehr viel Geld.


Illegaler Welpenhandel – was steckt dahinter?

Wie erkenne ich Welpen aus illegalem Handel?

Wie erkenne ich seriöse Züchter?

Wie erkenne ich seriöse Tierschutzvereine?

Alternative – Tierheim


Illegaler Welpenhandel – was steckt dahinter?

GELD !!!

Die Tierliebe der Deutschen ist bekannt. Hier können Geschäfte gemacht werden – und zwar sehr lohnende – es ist ein Millionengeschäft!

Der Welpenhandel ist meist sehr straff von Banden organisiert, überwiegend aus Osteuropa stammend, aber auch bei Hunden aus den Mittelmeergebieten, Spanien und Portugal ist Vorsicht geboten. Privatiers hierzulande und im Ausland verdienen sich ebenfalls gern ein paar Euro dazu.

Die Händler halten für dir organisierte Vermehrung viele Hündinnen mit den jeweiligen Deckrüden unter den schlimmsten Bedingungen. Es kommt ausschließlich auf die Masse an, also so viel Nachwuchs wie nur möglich in die Welt zu setzen. Dabei achtet niemand auf Inzest oder Krankheiten, die weitergegeben werden. Nach der Geburt, sind die Welpen nur noch Ware, mit der viel Geld verdient wird.

Wie erkenne ich Welpen aus illegalem Handel?

Die unseriösen Händler und Tierschutzvereine wissen, was sie versprechen müssen, um ihre Ware loszuwerden, um die qualvolle Zucht dahinter zu verbergen. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, auf die du besonders achten musst, damit du dich vor Betrug schützen kannst:

  • Der Händler will dir den Welpen direkt nach Hause bringen oder vereinbart mit dir ein Treffen an einem öffentlichen Ort. Vielleicht über einen/eine Mittelsmann/Frau.
  • Kann der Welpe kaum laufen und die Augen öffnen, dann ist er eindeutig zu jung. Gemäß der Tierschutz-Verordnung https://www.gesetze-im-internet.de/tierschhuv/BJNR083800001.html dürfen Welpen erst im Altern von acht bis zwölf Wochen vom Muttertier getrennt werden.
  • Lahmt der Welpe, leidet er unter Ausfluss aus Augen oder Nase, wirkt er schwach und teilnahmslos? Mit diesen Symptomen sind die Tiere meist nicht geimpft und entwurmt und überleben nur selten das erste Jahr.
  • Wie sieht es mit den Zuchtpapieren aus? Ist der Hund gechipt? Hat er einen Heimtierausweis? https://europa.eu/youreurope/citizens/travel/carry/animal-plant/indexamp_de.htm Stammt der Hund aus der EU oder dem Ausland, muss er einen Heimtierausweis haben. Verursachen diese Unterlagen Zusatzkosten, sind sie meist gefälscht. Beachte wie gut die Unterlagen, die man dir zeigt ausgefüllt sind. Sind die Daten der Impfung mit dem Geburtsdatum stimmig, in welcher Sprache sind die Unterlagen ausgefüllt bzw. vorgelegt – der Heimtierausweis sollte mindestens zweisprachig sein – Sprache des Ausstellungslandes und Englisch. Achte auf Rechtschreibfehler. Gibt es ein Gesundheitszeugnis – dies ist in jedem Fall erforderlich. Druckst der Händler hier herum, oder behauptet, dass dies nicht nötig sei, weißt du schon, dass hier etwas schief läuft.
  • Bietet der Züchter die unterschiedlichsten Rassen zum Verkauf an und das zu Niedrigpreisen, kannst du davon ausgehen, dass hier illegaler Handel dahintersteckt. Seriöse Züchter bieten nur in Ausnahmen mehr als eine Rasse an – nie mehr als zwei Rassen.
  • Sinken die Preise für die Welpen innerhalb kurzer Zeit, kannst du ebenfalls von einem illegalen Angebot ausgehen. Die Händler wollen die Welpen schnellstmöglich verkaufen, bevor sie wegsterben.

Wie erkenne ich seriöse Züchter?

Der Kauf eines Welpen bei einem seriösen Züchter ist oft weitaus zeit- und kostenintensiver. Dafür wirst du mit deinem Vierbeiner viel mehr Freude haben.

An den folgenden Merkmalen erkennst du seriöse Züchter:

  • Du wirst eher selten Anzeigen in den o. g. Portalen von seriösen Züchtern finden. Für die Hunderasse, die du ausgewählt hast findest du in der Regel Zuchtverbände im Internet. Hier erhältst du viele Informationen zu den Merkmalen der Hunderasse und natürlich auch Informationen zu seriösen Züchtern, die oft schon auf der Verbandsseite ihre neuen Welpen ankündigen.
  • Kannst du einen Termin mit dem Züchter vereinbaren, um dir die Welpen, die Zuchthündin und das Umfeld anzuschauen? Wenn ja, bist du hier grundsätzlich gut aufgehoben. Hier gibt es hoffentlich nichts zu verbergen. Achte darauf, dass das Muttertier und die Welpen gesund wirken. Die Welpen sollten munter sein und schon einen natürlichen Spieltrieb entwickelt haben.
  • Seriöse Züchter empfehlen oft mehrere Besuche, damit sich der auserwählte Welpe in der gewohnten Umgebung langsam an dich gewöhnen kann.
  • Stellt dir der Züchter Fragen? Das ist ein gutes Zeichen, denn es ist ihm nicht egal, wohin die Welpen gehen und ob es ihnen im neuen Heim gut geht.
  • Eine Untersuchung des Welpen, vor dem Kauf, durch einen  Tierarzt wird ein seriöser Züchter nicht ablehnen.
  • Handelt ein Züchter gewerblich mit Welpen, benötigt er nach dem Tierschutzgesetz eine Erlaubnis des zuständigen Veterinäramtes https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__11.html. Die wird der seriöse Händler dir gerne zeigen.

Achte auf die Eintragungen im Impfpass bei einem Welpenkauf in Deutschland. Zwingend notwendig sind hier:

Erste Impfung gegen Staupe, Parvovirose und weitere Infektionskrankheiten in der achten Woche.

Zweite Impfung gegen Tollwut in der zwölften Woche.

Ist er Hund gechipt (Länderkennzahl für Deutschland = 276)

Kommt der Hund aus der EU muss er den EU-Heimtierausweis haben – siehe oben

Hunde aus nicht EU-Staaten dürfen erst ab dem 7 Lebensmonat einreisen. Beachte beim Transport unseren Blog-Artikel

Wie erkenne ich seriöse Tierschutzvereine?

In Deutschland gibt es einige leicht nachprüfbare Erkennungszeichen. Wenn du dich für ein Tier aus dem Ausland interessierst, dann adoptiere den Hund über einen deutschen Verein, der eng mit Tierschutzvereinen oder Tierheimen des jeweiligen Landes zusammenarbeitet. So hast du deinen Ansprechpartner vor Ort und der Transport des Tieres ist in guten Händen, wenn es nicht schon in Deutschland ist.

  • Ist der Verein im Vereinsregister eingetragen – zu erkennen am ‚e.V.‘ am Ende des Namens.
  • Ist der Verein gemeinnützig? Die Gemeinnützigkeit wird nur gegeben, wenn der Verein keine wirtschaftlichen, sondern gemeinnützige Zwecke verfolgt. Spendenquittungen können nur von gemeinnützigen Vereinen von der Steuer abgesetzt werden. Nur in Deutschland uns Österreich unterliegen die Vereine dem strengen Gemeinnützigkeitsrecht und werden vom Finanzamt regelmäßig geprüft.
  • Bei ausländischen Vereinen gibt es diese Regelungen nicht. Hier ist es leider sehr schwierig seriöse Vereine zu erkennen..
  • Wichtig! Werden Hunde verschiedenster Altersklassen vermittelt? Wenn überwiegend Welpen vermittelt werden ist schon Vorsicht geboten. Wird die Mutter ebenfalls vermittelt? In der Regel vermitteln seriöse Vereine wirklich Hunde aller Alters- und Größenklassen.
  • Wie sieht es mit Bewertungen bei Google, facebook, etc. aus? Sind sie abgestellt ist das kein gutes Zeichen. Gibt es ein Forum, in dem sich die Halter und Spender des Vereins austauschen können? Schau rein und lies mit, um einen Eindruck zu bekommen, welche Erfahrungen die neuen Besitzer mit den Hunden aus diesem Verein gemacht haben.
  • Impfen, Chippen, Kastrieren – All das sollte schon vor der Adoption gemacht worden sein. Selbstverständlich mit den entsprechenden Nachweisen.
  • Vor- und Nachkontrolle des neuen Besitzers. Wenn es dem Verein völlig egal ist, wo der Hund unterkommt, dann läuft hier was schief. Ein seriöser Verein möchte wissen und kontrollieren, ob ihr Hund wirklich einen liebevollen Besitzer hat und ob es ihm gut geht. Ausführliche Kennenlerngespräche sind ebenso wichtig.

Alternative Tierheim

Bitte schließe nicht von vornherein aus, einen Hund aus dem Tierheim bei dir aufzunehmen!

Dies gilt insbesondere für die erfahrenen Hundehalter unter uns.

Als erfahrener Hundehalter wirst du deine Gründe haben, warum du dich für einen Welpen entschieden hast. Aber gerade, weil du schon viel Erfahrungen gesammelt hast, einen Hund gut führen und einschätzen kannst, geh bitte zuerst ins Tierheim in deiner Nähe und schaue dich dort um. Vielleicht wartet hier genau der Hund, der dich und deine Persönlichkeit besonders braucht. Die Pfleger kennen die Hunde gut und werden dich sicher gut beraten.

Es gibt im Tierheim immer wieder Hunde, die auch für nicht so erfahrene Hundehalter geeignet sind – ein B(V)ersuch ist es wert.

Tierheime verlangen für Ihre vermittelten Hunde eine Schutzgebühr, die zwischen 200 bis 300 Euro liegt. Damit werden Teile der laufenden Kosten gedeckt, aber auch abgesichert, dass ein Hund nicht einfach mal so angeschafft wird.


Unser persönlicher Tipp:

Die Nachfrage an billigen Welpen erhöht den skrupellosen Handel! Dieses Leid könnt ihr mit sorgfältiger Recherche und bewusstem Kauf stoppen!

Importierte Hundewelpen – ein dreckiges Geschäft

Mit unseren Informationen und Tipps bist du beim Welpenkauf gut beraten und hast dir eine traurige Erfahrung und den Verlust von viel Geld erspart. Wie du deinen Vierbeiner jetzt noch schützen und für ihn sorgen kannst, erfährst du HIER.