Hund verweigert futter

Dein Hund verweigert sein Futter? – Daran kann es liegen

Inhalt

1) Warum verweigert mein Hund sein Fressen?

2) Wie lange hält ein Hund ohne Futter aus?

3) Wann und wie füttere ich meinen Hund am besten?

4) Die häufigsten Fehler bei der Fütterung

5) Das „richtige“ Futter (?)!

1) Warum verweigert mein Hund sein Fressen?

Sobald die kleine Fellnase ihr Futter nicht fressen möchte, bekommen viele BesitzerInnen gleich Panik. Nicht immer ist das ein schlechtes Zeichen oder hat einen bestimmten Grund, mal eine Mahlzeit auszulassen ist ganz normal und auch natürlich. Wenn dein Hund allerdings über mehrere Tage kein Futter zu sich nehmen möchte, solltest du zur Sicherheit den Tierarzt aufsuchen um eine eventuelle Erkrankung ausschließen zu können. Mögliche Anzeichen für ein Unwohlsein könnten z.B. folgende Symptome sein:

  • Durchfall oder Erbrechen
  • Harter/druckempfindlicher Bauch
  • Apathie
  • Blasse Schleimhäute
  • Schlappheit
  • Intensives Ablecken vom Fußboden o.Ä.

Es kann aber auch einfach daran liegen, dass dein Hund sein Futter simpel gesagt, nicht mehr mag. Gründe dafür könnten eine veränderte Rezeptur des Futters sein, oder dein Hund ist etwas wählerisch geworden. Wir als BesitzerInnen wollen ja auch nicht immer dasselbe essen. Eventuell versuchst du ihm mal etwas anderes anzubieten? Allerdings solltest du auch die Zähne im Blick haben. Zahnprobleme sind ein häufiger Grund dafür, dass das Futter verweigert wird.

Manche HundebesitzerInnen folgen der Methode: „Wer Hunger hat, frisst irgendwann.“

Manche nehmen dem Hund das Futter bei Verweigerung weg und füttern erst zur nächsten Fütterungszeit wieder.

Wir raten jedoch hiervon ab. Es ist wie beim Menschen. Nicht jede*r von uns hat immer um Punkt 12 Uhr Hunger, nicht jede*r hat immer Appetit. Manchmal ist es uns zu warm draußen, manchmal schlägt uns was auf den Magen und manchmal fühlen wir uns aus diversen Gründen einfach nicht danach etwas zu essen.

Biete deinem Hund immer wieder etwas an, vielleicht auch nur eine handvoll Futter oder lass das Futter zur Selbstbedienung eine Zeitlang stehen.

2) Wie lange hält ein Hund eigentlich ohne Futter aus?

Die Physiologie eines Hundes ist auf eine unregelmäßige Ernährung ausgerichtet. Hierbei ist es ganz egal, ob es ein Haushund oder ein wilder Hund ist, denn in der Wildnis gibt es auch nicht jeden Tag sicher Futter. Beim Thema Wasser sieht die Sache allerdings wieder ganz anders aus… Hunde dehydrieren bereits nach einer knappen Woche, wenn sie keine Flüssigkeit zu sich nehmen.

Wichtig: Auch wenn viele Hunde zu dick sind, sollte kein Hund auf eine radikale Diät gesetzt werden. Dies kann schwere Folgen wie eine Magendrehung nach sich ziehen. Dabei dreht sich der Magen um die eigene Achse, die Blutgefäße werden abgeschnürt und es droht ein Kreislaufkollaps. Die Magendrehung ist ein Notfall und ohne sofortige OP kann die geliebte Fellnase sterben. Also, wenn dein Vierbeiner etwas abspecken soll, dann vielleicht nochmal den Tierarzt zurate ziehen.

Unser pawsönlicher Tipp: Einfach Stück für Stück die Portionen kleiner werden lassen oder mehr Auslauf an der frischen Luft einplanen. Da purzeln die Pfunde von ganz alleine. Aber es gilt auch hier, langsam steigern und nicht zu viel auf einmal.

3) Wann und wie füttere ich meinen Hund am besten?

Schon mal vorab, alle HundebesitzerInnen füttern den geliebten Vierbeiner anders. Grundsätzlich muss das Füttern an das Alter des Hundes angepasst werden. Viele füttern 2x täglich, wobei eine große Portion am Tag reichen würde und diese am besten zur Mittagszeit, wenn du auch isst. Auf diesem Wege lässt sich das Betteln am Tisch vermeiden. Dies gilt allerdings nur für Hunde ab sechs Monaten. Davor sollten die Welpen 3-4x täglich eine kleinere Portion bekommen, damit sich der Magen erst einmal daran gewöhnen kann. Es empfiehlt sich die Hunde nach dem Spaziergang zu füttern, da viele Hunde sich nach der Fütterung gern ausruhen bzw. manche Hunde auch erstmal „Platz schaffen“ müssen bevor sie was fressen.  

4) Die häufigsten Fehler bei der Fütterung – Dinge die du beachten solltest:

  • Napf reinigen
  • Verfallsdatum beachten
  • Tagesration einhalten
  • Leckerlis in Maßen – nicht in Massen
  • Gutes Futter

Den Napf deines Hundes solltest du immer sauber halten. D.h. nach dem Füttern gründlich reinigen um Bakterien und Pilzen keine Chance zu geben. Diese Bakterien und Pilze können deinen Hund nämlich krank machen. Du reinigst die Näpfe am besten so, wie du es auch mit deinem eigenen Geschirr machst – mit heißem Wasser und Spülmittel. So bist du auf der sicheren Seite.

Wenn dein Hund mal nicht auffressen sollte, dann entsorge die Futterreste nach spätestens 3 Stunden oder stell den Napf in den Kühlschrank für die nächste Fütterung.

Auch auf das Verfallsdatum des Futters muss geachtet werden. Du kontrollierst mit Sicherheit regelmäßig, ob deine Lebensmittel noch in Ordnung sind, oder? Genau das solltest du auch beim Futter deines Vierbeiners tun. Sowohl das Nassfutter als auch das Trockenfutter können schlecht werden und somit schädlich für deinen Liebling. Wenn das Futter abgelaufen ist, kann es Magenschmerzen, Durchfall oder auch Erbrechen auslösen.

Füttere deinen Hund nicht zu viel, auch dadurch können Krankheiten auftreten. Bitte deinen Tierarzt die Futtermenge mit dir auf die Bedürfnisse deines Vierbeiners (Größe, Alter, Gewicht) auszurechnen. Halte immer die Tagesration ein um Überwicht vorzubeugen. Dieses kann deinem Hund nämlich das Leben erschweren durch z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, welche wie auch bei dir, die Lebenserwartung sinken lassen kann.

Das Thema Leckerlis ist auch eine Sache für sich, denn viele HundebesitzerInnen machen den Fehler und geben zu viele Leckereien nebenbei. Viel gesünder ist es für deinen Vierbeiner, wenn du diese wirklich nur zur Belohnung gibst. Auf diesem Wege bleiben Leckerlis etwas Besonderes und werden so nicht zur Gewohnheit.

Also: Lieber in Maßen statt in Massen.

5) Das „richtige“ Futter (?)!

Kaum ein Thema wird so heiß diskutiert wie die Wahl des „richtigen“ Futters für Hunde. Ob BARFen, Trockenfutter, Nassfutter, die oder die Marke… Ein Dschungel an Optionen.

Wir können dir nicht sagen, was das wirklich einzig wahrhafte Futter ist, da jeder Hund etwas Besonderes ist und individuelle Bedürfnisse hat.

Was man sagen kann ist, günstig ist nicht immer schlecht und teuer ist nicht immer gut.

Trotzdem solltest du am Futter nicht sparen. Manche „Billigmarken“ enthalten oft viel Zucker und andere ungesunde Nahrungsergänzungsmittel, was am Ende des Tages zu einer hohen Tierarztrechnung führen kann.

Unser pawsönlicher Tipp: Wenn du dir gerade einen neuen Hund anschaffst, frage den Züchter oder das Tierheim (oder die VorbesitzerInnen) was der Hund bisher bekommen hat und wie die Erfahrungen bisher mit der gewählten Futtermarke waren. Ansonsten beraten die TierärztInnen und FuttermittelverkäuferInnen sehr gern.

Das Thema Tierernährung ist ein SEHR großes und komplexes Thema. Unsere Experten der Uni Leipzig beraten dich gern hier. 

 

(Diese Ernährungsberatung ist jährlich in unserem Vorsorgebaustein der Tierkrankenversicherung mit integriert.)